04.11.08, 14:02
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Fall Klatten: War der Gigolo nur Gehilfe?

Der smarte junge Mann, der Milliardenerbin Susanne Klatten um Millionen bringen wollte, könnte nur Werkzeug eines Sektenchefs gewesen sein. Klattens Familie versichert derweil, dass sie hinter der Erpressten steht.
Susanne Klatten
Quandt-Erbin Susanne Klatten
Adrett, gutaussehend, feine Umgangsformen: So gewann der Schweizer Helg S. vor einem Jahr das Vertrauen der reichsten Deutschen, Susanne Klatten. Die Quandt-Erbin und BMW-Aktionärin traf sich mit dem damals 42 Jahre alten S. in Hotels, Komplize Ernano B. filmte die Rendezvous heimlich. Mit den kompromittierenden Aufnahmen wurde die Milliardärin dann erpresst. Doch die bisherige Darstellung des Verbrechens wird zweifelhaft: Der vermeintliche Komplize könnte der wahre Drahtzieher sein.

Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Dienstag den Zürcher Journalisten Romeo Regenass, der sich seit 14 Jahren mit Ernano B. als Kopf einer Sekte beschäftigt. Helg S. sei nur der Gehilfe, Ernano B. der Chef der Bande, sei der Journalist überzeugt. Die italienischen Ermittler sähen B. als Drahtzieher. Auch die Zürcher Staatsanwaltschaft habe bereits gegen B. wegen Erpressung und Betrugs ermittelt. S. gehöre seit 1995 zu den Gefolgsleuten B.s, schreibt Regenass in einem Artikel für den Zürcher „Tagesanzeiger“.
Unwiderstehlicher Charmeur

B. soll sich in den 90er-Jahren als Heiler in Zürich aufgehalten und Jünger um sich geschart haben – viele junge Juristen, darunter S. In jener Zeit habe B. das Talent von S. erkannt: Seine umwerfende Wirkung auf Frauen. Klatten war nicht die erste Frau, die dem Charme des Hochstaplers erlag. Erpressung ist dabei nicht immer notwendig: Gerade ältere Damen vergüten die Zuwendung auch freiwillig.

Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte ein Foto, das S. mit einer Dame zeigt. Es soll sich um eine 83 Jahre alte Schweizer Millionärin handeln. Der gepflegte junge Mann, Typ: perfekter Schwiegersohn, hält darauf die Dame fürsorglich im Arm und lächelt ein Zahnpastawerbungslächeln. In einem Imbiss und als Pizzabäcker habe S. gearbeitet, im Dorf Uznach auf 30 Quadratmetern gewohnt, schreibt das Blatt. Und sich selbst eine extravagante Fassade gegeben: Eine Visitenkarte wies ihn als Kenner von sechs Fremdsprachen aus, er erklärte sich zum „Sonderberater der Schweiz für Krisengebiete“. Bekannte und Nachbarn loben die feine Erscheinung von S., seine guten Umgangsformen, seine Freundlichkeit.



Klattens halten zur Erpressten

Bisher ermittelt die deutsche Staatsanwaltschaft lediglich gegen S., nicht gegen den mutmaßlichen Drahtzieher B. S. soll voraussichtlich noch dieses Jahr angeklagt werden. Ob die 46 Jahre alte Klatten in dem Prozess als Zeugin auftritt, war am Montag noch unklar. Dafür gab der Sprecher der Familie bekannt: Auch nach Bekanntwerden der kompromittierenden Affäre hielten Ehemann und Kinder zur Erpressten. „Die Familie gibt ihr in dieser Situation große Kraft“, sagte der Sprecher.
nb
 
Leser-Kommentare (18)
Laura (05.11.2008 07:05)
Jeder bekommt was es verdient hat
Es ist nicht normal eine verheiratete Frau nachts unterwegs zu sein und noch dazu mit anderen Mann sich zu treffen. Sie hat das verdient. Es tut mir leid um ihren Mann und ich sehe sie nicht als Vorbild für ihre Kinder.
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